Der September markiert den Übergang vom Sommer zum Herbst – die Nächte werden spürbar länger und kühler. Ideale Bedingungen für Beobachtungen. Alle Zeiten in MESZ (UTC+2), Sichtbarkeit aus der Schweiz.
Ereignisse
Neumond
Mondloses Himmelsfenster zu Monatsbeginn – ideal für DeepSky-Beobachtungen in den ersten Septembernächten. Die Milchstrasse steht noch gut im Süden.
M31 – Andromedagalaxie im Zenit
Die Andromedagalaxie erreicht im September ihre beste Sichtbarkeit: Sie kulminiert gegen 23:00 Uhr hoch im Zenit. Mit blossem Auge als diffuser Fleck sichtbar (Bortle ≤ 5), im Fernglas zeigt sich die elliptische Ausdehnung mit den Begleitgalaxien M32 und M110. Koordinaten: RA 00h 42m, Dec +41° 16'.
Saturn – weiterhin prachtvoll
Saturn bleibt nach seiner Opposition im August ein Highlight: Er geht bereits vor Einbruch der Dunkelheit auf und ist die ganze Nacht sichtbar. Die Ringe stehen in einem günstigen Winkel. Im Teleskop ab 50× sind Cassini-Teilung und Titan erkennbar.
Perseus-Doppelhaufen (NGC 869 / NGC 884)
Der Perseus-Doppelhaufen steht im September hoch am Himmel und ist ein Highlight im Fernglas. Beide Haufen gleichzeitig im Gesichtsfeld sichtbar. Koordinaten: RA 02h 20m, Dec +57°.
Partielle Mondfinsternis
Eine partielle Mondfinsternis ist aus der Schweiz sichtbar. Der Mond taucht teilweise in den Kernschatten der Erde ein. Beginn der partiellen Phase gegen 19:30 Uhr, Maximum gegen 20:15 Uhr. Kein Spezialequipment nötig – mit blossem Auge sichtbar.
Herbstäquinoktium
Tag- und Nachtgleiche: Die Sonne steht genau über dem Äquator, Tag und Nacht sind gleich lang (~12h). Ab jetzt werden die Nächte länger als die Tage – die Astro-Saison beginnt. Astronomischer Herbstbeginn um 01:29 Uhr MESZ.
Vollmond
Der Erntevollmond – traditionell der Vollmond, der dem Herbstäquinoktium am nächsten liegt. DeepSky-Beobachtungen sind eingeschränkt, aber der Mond selbst bietet schöne Fotomotive.
Planeten im Überblick
| Planet | Sichtbarkeit | Bemerkung |
|---|---|---|
| Saturn | Ganze Nacht | Ringe gut sichtbar, Abend-/Morgenhimmel |
| Jupiter | Ab ~22:00 Uhr | Im Stier, wird besser sichtbar |
| Mars | Ab ~23:00 Uhr | Im Stier, nahe Jupiter |
| Neptun | Ganze Nacht | Im Wassermann, nur mit Optik |
Tipps für den September
- Andromedagalaxie fotografieren: ISO 1600–3200, f/2.8, 30–120s, 50–200mm Brennweite. Mehrere Aufnahmen für Stacking.
- Mondfinsternis am 7. Sep: Stativ und Teleobjektiv (200–500mm) bereithalten. Belichtungsreihe für verschiedene Phasen.
- Längere Nächte nutzen: Ab Äquinoktium stehen mehr Stunden für Beobachtungen zur Verfügung – idealer Einstieg in die Herbst-Astro-Saison.