Als Reiseziel für unsere Sommerferien haben wir Südtirol und die Dolomiten gewählt – zu dieser Jahreszeit meist mildes, beständiges Wetter und ideal für Bergwanderungen in einer bezaubernden Bergwelt.
Die Dolomiten gehören zu den südlichen Kalkalpen und verteilen sich auf die Provinzen Belluno, Südtirol und Trentino; seit 2009 zählen Teile davon zum UNESCO-Weltnaturerbe. Höchster Gipfel ist die Marmolata mit 3342 Metern, bekannt sind daneben die Drei Zinnen, die Sella, der Rosengarten und der Langkofel – charakteristisch ist der abrupte Wechsel zwischen sanften Almen und den darüber aufragenden, schroffen Kalksteinriffen.
Unsere Route
Die ersten Tage in Scuol
Am 22. Juli ging’s los. Als Zwischenstopp hatten wir Scuol gewählt – wir wollten sehen, wie unser bevorzugtes Skigebiet im Sommer aussieht. Die Wanderung führte uns von Motta Naluns über Jonvrai nach Sent, von dort mit dem Postauto zurück nach Scuol.
Am nächsten Morgen zeigte sich das Wetter nicht von der besten Seite, und wir fuhren bei strömendem Regen weiter Richtung Dolomiten. Ein Lastwagenunfall im Vinschgau kostete uns viel Zeit, sodass wir erst gegen 16 Uhr auf der Seiser Alm ankamen. Noch bevor wir richtig hielten, kam der Platzchef und winkte ab: alles besetzt. Das erste Mal «angebrannt» – und nicht das letzte Mal in den kommenden zwei Wochen.
Unser Tipp: Campingplätze in den Sommermonaten frühzeitig reservieren.
Val di Fassa
Auf einem Parkplatz suchten wir uns einen anderen Campingplatz und riefen sicherheitshalber gleich an, um zu reservieren. Nach einer guten Stunde Weiterfahrt kamen wir auf dem Campingplatz Vidor im Fassatal an – der teils heftige Regen hatte zum Glück aufgehört, und wir konnten uns im Trockenen einrichten. Das Abendessen nahmen wir trotzdem im Wohnmobil ein, draussen war es merklich abgekühlt.
Am nächsten Tag ging es von Pozza nach Buffaure, mit toller Aussicht. Wir wanderten bergwärts zum Restaurant El Zedron auf 2354 m ü. M.; Raphael und ich erklommen noch die Bergspitze darüber und wurden mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Nach einem Imbiss ging es mit der Gondelbahn zurück ins Tal, den späteren Nachmittag verbrachten wir bei wechselhaftem Wetter entspannt vor dem Wohnmobil.
Am Tag darauf fuhren wir einige Dörfer weiter nach Campitello, um noch einige Tage in der Sella-Gruppe zu verbringen. Weil wir für das Check-in auf dem Campingplatz Miravalle zu früh dran waren, fuhren wir erst zum Stausee Lago di Fedaia und spazierten am Ufer entlang. Nach dem Check-in bekamen wir einen schönen Platz; da der Laden im Ort erst um 16 Uhr öffnete, schlenderten wir noch etwas durchs Dorf und genossen die warmen Temperaturen.
Am Sonntag ging es nach dem Frühstück mit der Luftseilbahn Rodella auf 2400 m ü. M. Von dort wanderten wir zuerst auf den Gipfel Rodella mit toller Aussicht, weiter vorbei an der Rifugio Salei bergab bis zur Bushaltestelle Lupo Bianco. Nach kurzer Einkehr brachte uns der Bus nach Canazei, von wo wir dem Fluss entlang zu Fuss nach Campitello zurückkehrten.
Sella Ronda MTB Tour
Endlich sahen die Wetterprognosen gut aus, und wir wagten uns an die Sellaronda MTB Tour – die Panorama-Mountainbiketour rund um die monumentale Sella-Gruppe, im oder gegen den Uhrzeigersinn fahrbar. Im Uhrzeigersinn ist sie die einfachere Variante (58 km, 330 Hm aus eigener Kraft, 3670 Hm inklusive Bahnen): Dank der Bergbahnen bleibt der selbst zu fahrende Höhenunterschied gering, dafür verlangen die technischen Abfahrten volle Aufmerksamkeit.
Start war in Campitello. Die Seilbahn brachte uns zum Col Rodella auf dem Sellajoch; kurz unterhalb, am Fuss des Langkofels, liegt die berühmte «Steinerne Stadt». Eine lange Abfahrt mit Blick auf die Dolomiten führte hinunter nach Wolkenstein im Val Gardena. Unterhalb der Bergstation Dantercepies brachte uns ein Singletrail vom Grödner Joch bis nach Colfosco, von Corvara ging es über zwei weitere Lifte und eine lange Strecke bis zum Campolongo-Pass.
Mit dem Sessellift Campolongo und der Abfahrt Richtung Arabba nahmen wir die Seilbahn Porta Vescovo – von der Bergstation aus eröffnete sich die spektakuläre Sicht auf den Marmolata-Gletscher und den Stausee von Fedaia. Die Abfahrt zum Fodom-Lift von Arabba verlangte nochmals volle Konzentration, ebenso die lange, anspruchsvolle Abfahrt vom Pordoijoch nach Canazei.
Von Canazei ging es flussabwärts zurück nach Campitello.
Die drei Zinnen
Wir verliessen Campitello Richtung Drei Zinnen, mit einem Zwischenhalt auf dem Passo Pordoi: Raphael und ich fuhren mit der Seilbahn auf den Sasso Pordoi, die Aussicht atemberaubend – fast wie im Grand Canyon.
Die Auronzo-Hütte unterhalb der Drei Zinnen gilt als einer der höchstgelegenen Stellplätze Europas; eigentlich wollten wir dort übernachten, doch der Platz war schon am frühen Nachmittag belegt. Also stellten wir uns auf dem Stellplatz in Misurina auf, dessen wunderschön gelegener See zu einem Spaziergang einlud.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem ersten Bus hinauf zur Auronzo-Hütte – die gut ausgebaute Strasse wäre auch mit dem Wohnmobil gut befahrbar gewesen. Bei sommerlichen Temperaturen wanderten wir am Fuss der Drei Zinnen.
Weiter ging die Fahrt nach Sexten, doch Campingplatz und Stellplatz waren voll, ebenso in Toblach. Also versuchten wir es in Sappada – dort war noch Platz frei. Nach der Dusche lud uns Familie Piller zum Aperitif und anschliessend gemeinsam zum Abendessen ein, ein sehr gemütlicher Abend. Die letzten beiden Ferientage verbrachten wir in Sappada.
Südtirol ist ein wunderbares Reiseziel für alle, die ihre Freizeit in den Bergen und in der Natur verbringen möchten. Milde Temperaturen, eine grossartige Bergwelt und die bodenständige Tradition ziehen Camper aus ganz Europa an – im Juli und August sind entsprechend kaum freie Camping- und Stellplätze zu finden. Wer kann, sollte frühzeitig reservieren.
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